James Turrell (*1943 in Los Angeles, US), einer der renommiertesten Vertreter der internationalen Kunstszene, widmet sein gesamtes Schaffen der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Erscheinungsformen des natürlichen und künstlichen Lichts. Turrell dringt in die Grenzbereiche der Wahrnehmung vor: Installationen und Environments machen das Licht als künstlerisches Medium erfahrbar. Die Räume sind nicht im herkömmlichen Sinne beleuchtet – sie sind vielmehr von Licht und Farbigkeit erfüllt. In diesen Lichträumen erscheint die Architektur entmaterialisiert – Fläche, Farbe und Raum treten in ein Wechselspiel, das den Betrachter eintauchen lässt in eine geheimnisvolle, malerische Welt. Die Zeitlosigkeit und Faszination seiner Arbeiten beruht vor allem darauf, dass es Turrell gelingt, ohne den Umweg über Symbolik oder bildliche Darstellung, Licht als eine Form der Realität unmittelbar sinnlich erlebbar zu machen.

 

Nach Einzelausstellungen u.a. im Guggenheim Museum, New York (2013) und dem Los Angeles County Museum of Art (2014) waren zuletzt umfassende Retrospektiven des Künstlers im Museum Frieder Burda in Baden-Baden (2018) und im Museo Jumex, Mexico City (2019) zu sehen.