• Skulptur und Raum | Jürgen Partenheimer

    Photo: Benedikt Partenheimer
  • 'All sculpture is essentially conceptual, it does neither take a final, determined form, nor a set spatial dimension. As a...

    "All sculpture is essentially conceptual, it does neither take a final, determined form, nor a set spatial dimension. As a model, as a construction of imagination, sculpture takes the dimension necessary within a respective environment."

    – Jürgen Partenheimer (1999)

     

    Die abstrakten Werke des deutschen Künstlers Jürgen Partenheimer (*1947 in München, DE) stehen in einer zeitgenössischen Auffassung der Moderne, aus der er sein Werk konsequent entwickelt. In vielseitigen künstlerischen Ausdrucksformen – Malerei, Skulptur, Arbeiten auf Papier, Künstlerbüchern und Text – verbindet er minimalistisches Formenvokabular mit lyrischem Inhalt. 

     

    Dieser Viewing Room legt einen Schwerpunkt auf Partenheimers Skulptur und bietet anhand drei herausragender Beispiele Einblick in das skulpturale Oeuvre des Künstlers. Im Fokus stehen Caida del Humo | Der Fall der Gischt (1993-2017), Axis Mundi | Weltachse (1994-2018) und Der Weiser (1999).

     

     

    Installationsansicht „Discontinuity, Paradox & Precision“, Kunstmuseum Bonn (2008) | Photo: Reni Hansen

  • „Jürgen Partenheimer hat das klassische funktionale Verhältnis von Modell und Skulptur aufgegeben, den Schritt zur scheinbaren Endgültigkeit übersprungen, und erhebt...

    Jürgen Partenheimer hat das klassische funktionale Verhältnis von Modell und Skulptur aufgegeben, den Schritt zur scheinbaren Endgültigkeit übersprungen, und erhebt die freie Interpretation von Skulptur zum eigentlichen Ziel. Sensibilität und kritische Aufmerksamkeit bestimmen den Umgang des Künstlers mit seinen Weltmodellen.

    – Iris Benner, Kuratorin, Museum am Ostwall (2004)

     

    Jürgen Partenheimers Werk zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Beziehung von Linie, Form und Farbe aus, die der Magie der Vorstellung vertraut. In seinen Skulpturen zeigt sich das besonders offenkundig: La Caida del Humo, die Weltachse, oder Der Weiser werden in variablen Möglichkeiten präsentiert und nicht in einer einzigen definitiven Form. So eröffnet die abstrakte Skulptur die Möglichkeit, die Bewegung des Denkens in eine sichtbare Form zu überführen. Diesen einzigartigen Ansatz definierte der Künstler als „metaphysischen Realismus“.

     

     

    Jürgen Partenheimer „Das Archiv“, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne (2014). Courtesy the artist and Pinakothek der Moderne, München | Photo: Haydar Koyupinar

  • 'Partenheimer's sculptures are distinguished by an abstract poetical quality. Like a musical composition, they vibrate with the rhythm, repetition and... 'Partenheimer's sculptures are distinguished by an abstract poetical quality. Like a musical composition, they vibrate with the rhythm, repetition and... 'Partenheimer's sculptures are distinguished by an abstract poetical quality. Like a musical composition, they vibrate with the rhythm, repetition and...

    "Partenheimer's sculptures are distinguished by an abstract poetical quality. Like a musical composition, they vibrate with the rhythm, repetition and juxtaposition of forms; they seem to express a state of uncertainty, seductively calling in question the viewer's own preconceived certainties."

     

    – Ivo Mesquita, Chefkurator zeitgenössische Kunst, Pinacoteca Do Estado, São Paulo (2004)

     

     

     

     

    Gemeentemuseum Den Haag (2014) | Photo: Alice de Groot

    Jürgen Partenheimer Das Archiv“, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne (2014). Courtesy the artist and Pinakothek der Moderne, München | Photo: Nicole Wilhelms

    Jürgen Partenheimer „Discontinuity, Paradox & Precision“, Ausstellungsansicht, Ikon Gallery (2008) | Photo: Stuart Whipps

  • → Hier geht's zum vollständigen Gespräch zwischen Jürgen Partenheimer und Ivo Mesquita

  • La Caida del Humo / Der Fall der Gischt

    Photo: Wolfgang Stahl
  • La Caida del Humo | Der Fall der Gischt betont die abstrakte Energie von Schwerelosigkeit und Gravitation. Ein Modell natürlicher...

    La Caida del Humo | Der Fall der Gischt betont die abstrakte Energie von Schwerelosigkeit und Gravitation. Ein Modell natürlicher Strukturen, das die Idee von Bewegung, Eigendynamik und chaotischer Selbstorganisation als Klang einer unendlichen Weite in die Bewegung einer abstrakten Raum-Zeichnung führt.  

    Die durch gedrehte Hanfschnüre hängende Skulptur besteht aus geschnitzten, aquarellierten Kiefernstäben, die mit ungeblichenem Bienenwachs überzogen sind.

     

    Der Titel bezieht sich auf ein Phänomen der Natur und erzeugt in der Vorstellung das Bild einer sich senkenden Wolke von Wasserstaub in der Fallzone eines Wasserfalls – la caida del humo – der Fall der Gischt.

     

     

    Pinacoteca do Estado Sao Paulo (2005) | Photo: Benedikt Partenheimer

  • Jürgen Partenheimer, La Caida del Humo / Der Fall der Gischt, 1993-2017

    Jürgen Partenheimer

    La Caida del Humo / Der Fall der Gischt, 1993-2017 Wood, beeswax, hemp
    Room-dependent, variable dimensions
  • 1997 entstand unter dem Titel La Caida del Humo / Der Fall der Gischt eine Skulptur für das Museum für...

    1997 entstand unter dem Titel La Caida del Humo / Der Fall der Gischt eine Skulptur für das Museum für zeitgenössische Kunst CGAC in Santiago de Compostela. 2005, anlässlich der Biennale von São Paulo wurde die Skulptur in einer erweiterten Version in der Pinacoteca do Estado de São Paulo ausgestellt. 2017 war La Caida del Humo im Ausstellungsraum 9x9x9 von White Cube in London zu sehen.

     

     

    Jürgen Partenheimer „Lichtschwarm“, White Cube Bermondsey, London 28 April - 18 June 2017 | Photo:  White Cube (Ben Westoby)

  • „Meine Skultpur ist Zeichnung, meine Zeichnung ist Skulptur.“ – Jürgen Partenheimer (1994)

    „Meine Skultpur ist Zeichnung, meine Zeichnung ist Skulptur.

     

    – Jürgen Partenheimer (1994)

  • Auszug aus Der Schein der Dinge.

    Ein Film von Anne Bürger (2005)

     

     

    Den vollständigen Film (47min) finden Sie über diesen Link.

    Ausgestrahlt 2005 im ZDF und 3SAT.

  • axis mundi / Weltachse

     

    Photo: Wolfgang Stahl
  • „Der Begriff axis mundi – Weltachse bezieht sich auf ein universelles Symbol, das seinen Ursprung in anthropologischen und theologischen Interpretationen... „Der Begriff axis mundi – Weltachse bezieht sich auf ein universelles Symbol, das seinen Ursprung in anthropologischen und theologischen Interpretationen...

    Der Begriff axis mundi – Weltachse bezieht sich auf ein universelles Symbol, das seinen Ursprung in anthropologischen und theologischen Interpretationen der Vertikalen findet, die die Kluft zwischen Himmel und Erde überbrückt. So markiert die Position der Skulptur im Kontext von Architektur und Natur einen Ort der imaginativen, spirituellen Energie.

     

     – Jürgen Partenheimer

     

     

    Verbotene Stadt Peking (2000) | Photo: Moritz Partenheimer

    Stedelijk Museum Amsterdam, Vondel Park (1997) | Photo: Jaring Lokhorst

  • Jürgen Partenheimer, Axis Mundi / Weltachse, 1994 - 2018

    Jürgen Partenheimer

    Axis Mundi / Weltachse, 1994 - 2018 Bronze, pigment ultramarine multicolored
    88 x 12 x 12 cm
    34 5/8 x 4 3/4 x 4 3/4 inches
    Ed. 3/3
  • Die Farbigkeit der Skulptur Axis Mundi / Weltachse wird geprägt durch ultramarines Blau in drei Farbwerten. Die aufgetürmten Kuben der...

    Die Farbigkeit der Skulptur Axis Mundi / Weltachse wird geprägt durch ultramarines Blau in drei Farbwerten. Die aufgetürmten Kuben der verschiedensten Variationen und Modelle der Weltachse haben dabei keine vernünftige Höhe im üblichen Sinne. Ihre Ähnlichkeit untereinander bewirkt eine dynamisch aufsteigende Energie entlang der Kantenlinie der Skulptur. Die Selbstähnlichkeit der Kuben zeigt im Ausschnitt Merkmale des Ganzen und führt zu einer komplexen Struktur, die unbestimmbar und jederzeit veränderbar bleibt. Das System der Aufstellung der Skulptur ist berechenbar, aber sensitiv, jede Veränderung der Anfangsposition ergibt einen neuen Rhythmus. Mit der Höhe der Skulptur und mit dem exakt definierten Aufstellungsort reagiert Partenheimer sensibel auf die jeweilige Umgebung zwischen Architektur und Natur.

     

    Nachdem Jürgen Partenheimer bereits 1983 ein Modell aus Sperrholz gebaut hatte, wurde die erste Weltachse 1993 für eine Installation im Gemeentemuseum in Den Haag realisiert. Der Künstler setzte eine Säule aus handgefertigten Holzkuben zusammen, die er mit aquarelliertem Reispapier überzog. 1997 folgte eine erste Version für den Außenraum in Bronze für das Stedelijk Museum in Amsterdam. Hinzu kamen weitere - teils temporäre - Standorte in den Niederlanden, Deutschland, Italien, Spanien, China und England. Anlässlich der Ausstellung „Das Archiv" war die Weltachse 2014 in der Rotunde der Pinakothek der Moderne ausgestellt.

     

     

    Atelier Jürgen Partenheimer (2019) | Photo: Der Künstler

  • 'Partenheimer‘s work proposes a multiplicity of folds and gaps in the fabric of our experience that change the cartography of... 'Partenheimer‘s work proposes a multiplicity of folds and gaps in the fabric of our experience that change the cartography of...

    "Partenheimer‘s work proposes a multiplicity of folds and gaps in the fabric of our experience that change the cartography of the perceptible, the thinkable and the feasible."

     

    – Aoife MacNamara, Kunsthistorikerin, Emily Carr University Vancouver (2014)

     

     

    Atelier Jürgen Partenheimer (2019) | Photo: Der Künstler

    S.M.A.K. Gent (2002) | Photo: Benedikt Partenheimer

  • Axis Mundi – Sculpture in the City, London (2016)

  • 'The lyricism of his paintings and sculptures challenge conventional interpretations of time and space, conveying something at once essential, both...

    "The lyricism of his paintings and sculptures challenge conventional interpretations of time and space, conveying something at once essential, both condensed yet transient."

     

    – Nigel Prince, curator IKON Gallery, Birmingham (2008)

     

     

    Jürgen Partenheimer Das Archiv, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne (2014). Courtesy the artist and Pinakothek der Moderne, München | Photo: Nicole Wilhelms

  • Der Weiser

  • Jürgen Partenheimer Der Weiser, 1999Car varnish, steel and aluminium 224 x 125 x 75 cm 88 1/4 x 49 1/4...

    Jürgen Partenheimer

    Der Weiser, 1999Car varnish, steel and aluminium
    224 x 125 x 75 cm
    88 1/4 x 49 1/4 x 29 1/2 inches
    Ed. 3

  • „In der Skulptur Der Weiser gibt es kein ‚So-und-nicht-anders‘, nichts wird absolut gesetzt. Das Werk reagiert sensibel auf seine jeweilige... „In der Skulptur Der Weiser gibt es kein ‚So-und-nicht-anders‘, nichts wird absolut gesetzt. Das Werk reagiert sensibel auf seine jeweilige...

    In der Skulptur Der Weiser gibt es kein So-und-nicht-anders, nichts wird absolut gesetzt. Das Werk reagiert sensibel auf seine jeweilige Umgebung. Es handelt sich dabei um eine Variabilität bei gleichzeitiger Stabilität, wie sie nur der Natur oder der Vorstellungskraft eigen ist. Und doch bleibt die ordnende Hand des Künstlers spürbar, der spielerisch und mit Präzision die sorgsam gewählten Elemente zu Weltmodellen fügt.

     

    – Iris Benner, Kuratorin, Museum am Ostwall, Dortmund (2004)

     

     

    S.M.A.K. Gent (2002) | Photo: Benedikt Partenheimer

  • Der Weiser bietet variable Möglichkeiten der Präsentation: Die verschiedenfarbigen Aluminiumtafeln der abstrakten Wandskulptur sind an einer vertikalen Mittelachse miteinander verbunden...

    Der Weiser bietet variable Möglichkeiten der Präsentation:  Die verschiedenfarbigen Aluminiumtafeln der abstrakten Wandskulptur sind an einer vertikalen Mittelachse miteinander verbunden und können frei verstellt werden. Dadurch eröffnen sich verschiedenste Kombinationen von Flächen, Formen, Farben und je nach Positionierung bildet sich ein anderer Rhythmus der Elemente. Die Wahl der Ausrichtung konnte beispielsweise im S.M.A.K. in Gent täglich durch das Aufsichtspersonal neu getroffen werden. So erhebt Jürgen Partenheimer, wie bereits in der Einleitung des Viewing Rooms zitiert, „die freie Interpretation von Skulptur zum eigentlichen Ziel."

     

    Der Weiser war unter anderem im CGAC, Santiago de Compostela (1999), S.M.A.K. Gent (2002), Museum am Ostwall, Dortmund (2004), Ikon Gallery, Birmingham, 2008 und im Kunstmuseum Bonn (2008) ausgestellt.

     

     

    Atelier Jürgen Partenheimer | Photo: Der Künstler

  • Auszug aus Der Schein der Dinge.

    Ein Film von Anne Bürger (2005)

     

     

    Den vollständigen Film (47min) finden Sie über diesen Link.

    Ausgestrahlt 2005 im ZDF und 3SAT.

  • Jürgen Partenheimer

    biography
    Photo: Benedikt Partenheimer
  • 'His work is abstract while suggestive of other tangible forms; historical yet refreshingly contemporary; intimate yet public and oscillating. Within...

    "His work is abstract while suggestive of other tangible forms; historical yet refreshingly contemporary; intimate yet public and oscillating. Within these seeming dualities Partenheimer produces layered, poetic works that speak to social systems of communication and expression while acknowledging the specificity of place."

     

    – Nigel Prince, Director, Contemporary Art Gallery Vancouver (2014)

     

     

    Studio Vancouver (2014) | Photo: David Simmonds

  • Jürgen Partenheimer (*1947 in München, DE) studierte Kunstgeschichte und freie Kunst in Deutschland, den USA, Mexiko und Frankreich. Als Vertreter...

    Jürgen Partenheimer (*1947 in München, DE) studierte Kunstgeschichte und freie Kunst in Deutschland, den USA, Mexiko und Frankreich. Als Vertreter einer subjektiven Abstraktion gilt er als einer der bemerkenswertesten zeitgenössischen Künstler in Deutschland. Mit Theorie, Poesie und Prosa als seine inhaltliche Referenz für den künstlerischen Ausdruck umfasst Partenheimers Werk Malerei, Zeichnung, Skulptur, Künstlerbücher und Text.

     

    International bekannt wurde er durch seine Teilnahmen an den Biennalen von Paris (1980), São Paulo (1981) und Venedig (1986). Im Jahr 2000 hatte er als erster zeitgenössischer deutscher Künstler eine Retrospektive in China im Nationalmuseum für Kunst in Peking. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzelausstellungen u.a. der Nationalgalerie Berlin (1988), dem Stedelijk Museum Amsterdam (1997), dem National Museum of Fine Art, Peking (2001), dem CGAC in Santiago de Compostela (1999 und 2004), dem S.M.A.K. in Gent (2002), der Pinacoteca do Estado in São Paulo (2004), der Ikon Gallery in Birmingham und dem Kunstmuseum Bonn (beide 2008), sowie zuletzt in der Pinakothek der Moderne in München, dem Gemeente Museum Den Haag, der Sammlung Falckenberg-Deichtorhallen, Hamburg, der Contemporary Art Gallery, Vancouver (alle 2014) und dem Musée Ariana, Genf (2016) präsentiert.

     

    Jürgen Partenheimer lehrte unter anderem an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Royal College of Art, Edinburgh, Rijksakademie in Amsterdam, San Francisco Art Institute und an der Rhode Island School of Design, Providence.

     

    Der Künstler lebt und arbeitet in München und in Italien.

     

     

    Studio Tucson (1982) | Photo: Helga Teiwes

  • „Die Bildwelt von Jürgen Partenheimer nimmt durch ihre Leichtigkeit, ihren Verzicht auf lautstarke Gesten und aufwendige Formate, ihre formale und... „Die Bildwelt von Jürgen Partenheimer nimmt durch ihre Leichtigkeit, ihren Verzicht auf lautstarke Gesten und aufwendige Formate, ihre formale und... „Die Bildwelt von Jürgen Partenheimer nimmt durch ihre Leichtigkeit, ihren Verzicht auf lautstarke Gesten und aufwendige Formate, ihre formale und...

    Die Bildwelt von Jürgen Partenheimer nimmt durch ihre Leichtigkeit, ihren Verzicht auf lautstarke Gesten und aufwendige Formate, ihre formale und farbige Zurückhaltung unmittelbar gefangen. [...] Dem Künstler gelingt es auf unvergleichliche Weise, im Bild die Vorstellung einer objektiv erfahrbaren Welt hinter sich zu lassen und sie in ein denkendes Sehen zu verwandeln.

     

    – Carla Schulz-Hoffmann, ehem. Chefkuratorin Pinakothek der Moderne München (2014)

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    Photo: Wolfgang Stahl

  • verfügbare Werke

    Pinakothek der Moderne (2014) | Photo: Nicole Wilhelms
  • Publikationen (Auswahl)

    Pinakothek der Moderne (2014) | Photo: Nicole Wilhelms