Der mexikanische Künstler Gabriel Rico (*1980 in Lago de Moreno, MX) kombiniert in seinen Skulpturen und Installationen scheinbar nicht zusammengehörige Objekte, indem er gefundene Naturmaterialien und alltägliche Gegenstände in Verbindung zueinander setzt. Wie die Arte Povera verwendet er die Materialien Stein, Holz oder Getreide, die bei ihm aber in einem spielerischen Kontrast zu Konsumgegenständen stehen. Ricos Assemblagen aus natürlichen und industriellen Gegenständen untersuchen dabei das Verhältnis von Mensch und Natur, während sie eine neue, eigene Narration entwickeln. Fasziniert von Philosophie und Wissenschaft untersucht Rico die Form und den Raum und nutzt hierfür anthropologische und physikalische Modelle als Metaphern für das kollektive Gedächtnis. Er versteht sich als Sammler von Fragmenten der zeitgenössischen Existenz. Durch Dekonstruktion und Rekontextualisierung verweist er auf ironische und poetische Weise auf die Ambivalenz zwischen natürlicher Umwelt und vom Menschen geschaffenen Ordnungsprinzipien. Gabriel Rico nahm 2019 an der 58. Biennale von Venedig teil. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen u. a. in der Power Station in Dallas (2017) und im Aspen Art Museum (2019) gezeigt.