take me to

2 April - 12 Juni 2020
Video
Übersicht

Die neu formierte Galerie max goelitz eröffnet am 2. April 2020 mit der multimedialen Gruppenausstellung take me to. Der Titel verweist dabei bewusst affirmativ sowohl auf die Fortsetzung des eingeschlagenen, konzeptbasierten Weges, als auch in seiner Offenheit auf eine gestalt- und definierbare Zukunft. take me to präsentiert sieben internationale Künstler/innen verschiedener Generationen - Niko Abramidis & NE, Neïl Beloufa, Nina Canell, Brigitte Kowanz, Haroon Mirza, Gabriel Rico und Keith Sonnier - deren Werke ein abstrakter, meist technologiebasierter und den Betrachter unmittelbar involvierender Materialeinsatz verbindet. 

 

Wir laden Sie auch ein unsere neue Seite Viewing Room zu besuchen, und so einen  vertieften Einblick in das Oeuvre der ausgestellten Künstler/innen und die Werke der Ausstellung zu gewinnen.

Werke
Pressemitteilung
Trotz ihrer Autonomie erscheinen die Werke der Ausstellung dabei als soziale und informationelle Konnektoren: bei Brigitte Kowanz steht die gezeigte Morsecode-Arbeit Discover (2017) in der Tradition ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit dem binären Morsecode, den sie immer wieder als formales Element und Träger einer zweiten Bedeutungsebene einsetzt. So kombiniert sie bereits seit den späten 1980er Jahren Licht häufig mit Schriftzeichen und sprachlichen Codes, um das komplexe Verhältnis von Sehen und Verstehen, Wahrnehmen und Erkennen zu visualisieren. Keith Sonnier arbeitet in seiner Stock Prop-Serie mit Materialien wie Polystyrol, Wellpappe und Beflockungsfarbe, die den geometrisch geformten Objekten eine ungeschliffen anmutende Textur verleihen. Beide inkludierten Werke Stock Prop (2010) und Stock Prop Study C (2014) sind in direkter Verbindung mit einer Wand installiert und verlängern sich so in den Galerieraum als architektonische Interventionen und aktivierbare Objekte. Dabei erscheinen die Löcher in jeder Platte in Beziehung zu dem menschlichen Körper und als Spiegelung zu Armen, Beinen und dem Kopf einer Person positioniert. Niko Abramidis & NE eignet sich in seiner Kombination aus Bewegtbild und scheinbar bedienbarer Wandskulptur Cryptic Machine Prototype A (2019) kapitalistische Ästhetiken an und spielt mit gelernten Reaktionsmustern, während Neïl Beloufa in seinen verkabelten Wandreliefs der Vintage-Serie sogar Steckdosen oder USB- Anschlüsse integriert, die auch benutzt werden sollen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man in seinem Werk Cans of Brown (2019) die unter der Oberfläche liegenden Abdrücke von Dosen – wie Fossilien unserer Zivilisation. Nina Canells Interesse für physikalische Eigenschaften, deren nicht wahrnehmbare Prozesse – auch in Bezug auf Gedächtnis und Wissen – und ihre Überzeugung, dass es keine Übertragung gibt, die ohne Veränderung stattfindet, steht sinnbildlich für das Thema der Ausstellung. Ihre Werke aus Untersee-Datenkabeln oder Prozessoreinheiten – wie das Werk Cucumbery (2018) – tragen nach Ansicht der Künstlerin die Informationen in sich, mit denen sie in Kontakt kamen. Gabriel Ricos Werk XXVIII -More robust nature.. more robust geometry- (2019) ist durch die Wechselbeziehung scheinbar ungleicher Objekte wie Äste und Neonbahnen gekennzeichnet und lädt den Betrachter in ironischer und poetischer Weise zum Nachdenken über die Ambivalenz zwischen der Natur und den vom Menschen geschaffenen Ordnungsprinzipien ein. Die größte Arbeit der Ausstellung, Haroon Mirzas Untitled Song featuring Untitled Works by James Clarkson (2012), besteht aus sechs unabhängigen, aber verbundenen Skulpturen. Die technoiden Assemblagen, die an DIY-Ästhetik und experimentalmusikalische Subkulturen erinnern, erzeugen jeweils einen Klang und überlagern sich im Laufe der Zeit an bestimmten Punkten, um eine Komposition zu entwickeln.

„Unsere erste Ausstellung in neuer Konstellation soll die Besucher/innen – ganz im Sinne des Titels – mitnehmen nicht nur auf den inhaltlichen Weg einer programmatischen Weiterentwick- lung, sondern auch auf den gedanklichen Weg einer Evolution des Galerienmodells selbst“, sagt Max Goelitz. „Der Großteil der Künstler/innen wird in der Folge in fokussierten Präsentationen nochmals in Tiefe zu sehen sein. Gleichzeitig möchten wir – nicht nur aus aktuellem Anlass – von Beginn an unser Augenmerk auf eine innovative und substanzielle digitale Präsenz legen, die auch ein neues Publikum erreichen soll.“

In diesem Sinne wird take me to sowohl im analogen als auch verstärkt im digitalen Raum stattfinden: von Online Viewing Rooms bis hin zu einer Serie an begleitenden digitalen Formaten. Eine offizielle und breiter angelegte Eröffnung der Galerie max goelitz wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Die Ausstellung take me to wird bis Mitte Juni zu sehen sein.