Die schwedische Künstlerin Nina Canell (*1979 in Vaxjö, SE) erforscht das Potenzial verborgener Objekte und Materialien, die zur Weiterleitung oder Speicherung von Wissen und technischer Prozesse dienen. Aufgeschnittene Strom- und Glasfaserkabel, abgewickelte Drahtspulen oder freigelegte elektrische Leitungen überführt Canell in skulpturale Arrangements. Ihr Interesse an zeitgenössischen Formen der Datenübertragung, den physikalischen Eigenschaften von Datenträgern und deren nicht sichtbaren Prozessen werden von Fragen über Gedächtnis und Wissen angeleitet. Sie ist der Überzeugung, dass es keine Vermittlung gibt, die ohne Verlust stattfindet, weder zwischen festen Objekten noch zwischen Lebendigem. In ihrem bildhauerischen Werk wird der verborgene Prozess der Übertragung und die gleichzeitige Infragestellung der Vollständigkeit anhand von sowohl synthetischen also auch organischen Materialien deutlich. Nina Canell stellte 2017 im nordischen Pavillon auf der 57. Biennale von Venedig aus. 2019 zeigten das Kunstmuseum St. Gallen sowie die Kunsthalle Baden-Baden Einzelausstellungen der Künstlerin.