core

20 Februar - 11 April 2026 Berlin
Übersicht

In core untersuchen Kristina Nagel und Marie Matusz, wie Wahrnehmung strukturiert, gesteuert und verschoben wird und wie das Sichtbare als dynamisches, veränderliches Gefüge entsteht. Beide Positionen machen in der Ausstellung die Instabilität von Repräsentation erfahrbar und zeigen, wie Bild, Material und Raum Bedingungen erzeugen, die das Sehen prägen.

 

In ihren Fotografien erforscht Kristina Nagel (Frankfurt am Main, DE), wie Wahrnehmung durch Strategien, Codes und Setzungen geprägt wird und wie diese durch Material und Form verschoben werden können. Durch Abstraktion, Nähe und Entfremdung hinterfragt sie Mechanismen der Repräsentation und verdeutlicht, wie die Limitation von Informationen unsere Sehgewohnheiten hinterfragt und Erkennungsmuster destabilisiert. In der gezeigten Werkserie tritt Leder als Fläche und Textur in den Vordergrund und funktioniert operativ, nicht ikonisch. Objekte und Körper werden zu formalen Elementen und Strukturen, die Linien, Volumen und Perspektive markieren.

 

Marie Matusz (Toulouse, FR) richtet den Blick auf den Raum als gestaltendes Element von Sichtbarkeit. Ihre Vitrinen und räumlichen Module erzeugen eine choreografische Ordnung, in der Volumen, Blickachsen und perspektivische Bezüge die Wahrnehmung leiten und die Bedingungen sichtbar machen, unter denen das Sehen strukturiert wird. Innen und Außen, Nähe und Distanz, Position und Perspektive werden so zu Fragen, die über den formalen Gehalt der Arbeiten hinausweisen und verdeutlichen, wie kulturelle, institutionelle und architektonische Setzungen unser Sehen prägen und strukturieren.

 

Die Gegenüberstellung von Nagels Bildsystemen und Matusz’ räumlicher Setzung zeigt, dass Wahrnehmung kein passiver Akt ist. Sie entsteht relational und konstruiert: das, was wir als Identität, Nähe oder Präsenz erfahren, wird durch die von den Künstler:innen gesetzten Bedingungen geformt, die Sichtbarkeit und die Blickführung organisiert. Die Ausstellung core macht deutlich, wie stark unser Sehen von Material, Bild- und Raumregimen geprägt ist.

 

Opening
Freitag 20 Februar 2026

18 – 21 Uhr

works