Michael Venezia (*1935 in Brooklyn, US) entwickelt seit den 1960er Jahren bis heute eine selbstreferentielle Malerei, die von der Kunst des abstrakten Expressionismus inspiriert und parallel zur Minimal Art entstanden ist. Während befreundete Künstlerkolleg/inn/en, wie Dan Flavin und Sol LeWitt ein bildhauerisches Werk entwickeln, verschreibt sich Venezia ganz der Malerei und ist damit prägend für die New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre. Er erkennt in der Farbe eine materielle Qualität, die er anhand nebeneinandergesetzter Farbstreifen erkundet. Das Verhältnis von Farben zueinander begleitet ihn fortwährend in seiner Arbeit und so entwickelt er eigene Kombinationssysteme. Im Laufe seines Werks reduziert er die Bildfläche auf eine starke Horizontale und nutzt Holzbalken als Malgrund, die er einzeln bearbeitet und in einem weiteren Schritt miteinander kombiniert. Venezias Interesse gilt zudem der Reduktion von Gestik in der Malerei auf das Wesentliche und so entwickelt er bereits in den 1960er Jahren Bildverfahren mit Sprühpistolen, für deren Verwendung er als Wegbereiter gilt.

Michael Venezia war bereits 1971 und 1974 in Gruppenausstellungen des MoMA, New York beteiligt. Anschließend folgten u.a. Ausstellungsbeteiligungen im Whitney Museum of American Art, im MOCA Miami und im Kunstmuseum Basel. Sowie Einzelausstellungen im Kunstmuseum Winterthur und im Dia Center for the Arts, Dan Flavin Art Institute in Bridgehampton. Zuletzt präsentierten im deutschsprachigen Raum das Josef Albers Museum in Bottrop (2009), sowie der Kunstverein Heilbronn (2016) umfassende Werkschauen des Künstlers.