Gary Kuehn (*1939 in New Jersey, US), dessen umfangreiches Werk Skulpturen, Malerei, Collagen und Zeichnungen umfasst, gehört zu den bekanntesten Vertretern der "Process Art", die in den 1960er-Jahren den Kunstbegriff radikal veränderten. In seinen Skulpturen hinterfragt Kuehn die Autorität des Materials und erkundet dadurch das Spannungsfeld zwischen Begrenzung und Freiheit. Mit einem enormen Gespür für Materialität und handwerklichem Wissen um dessen Eigenschaften, sind es seit Beginn seiner Karriere einfache Formen wie Kreis, Quadrat oder Dreieck, die in Verbindung mit seinem Interesse an handwerklichen und industriellen Materialien wie Holz, Metall, Gips, Polyester, Plexiglas, Aluminium und Stahl, die Basis seiner künstlerischen Untersuchungen bilden. Dabei werden die geometrischen Formen oft den Deformationskräften der Masse oder einer Bewegungsenergie ausgesetzt, räumlich verdrängt, verknotet oder gestossen wodurch Kuehn in den formal abstrakten Werken stets auch einen emotionalen Wert generiert.