Kristina Nagel
Kristina Nagel (Frankfurt am Main, DE) ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Hauptmedium Fotografie ist. Darin entwickelt sie ihre eigene Logik von Wahrnehmung, Präsenz und Form innerhalb der Bildsysteme. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Depersonalisierung: Durch die formale Entkopplung identifizierbarer Merkmale entstehen Räume zwischen Erkennbarkeit und Unbestimmtheit, in denen die Wirkung des Bildes unabhängig von individueller Identität erfahrbar wird. Körper werden zu strukturellen Elementen, in denen Haut, Gesten und Haltung in Relation zu Material, Umgebung und Abstraktion erscheinen. Personen werden fragmentiert, Gesichter anonymisiert oder entzogen, Körper in Kompositionen gesetzt, die Nähe, Distanz und Anwesenheit zugleich spürbar machen. Materialien wie Leder wirken als strukturierende Elemente, erzeugen Spannung zwischen Objekt und Subjekt sowie Oberfläche und Raum und lenken die Wahrnehmung auf Form, Linie und Textur. So wird die Fotografie zu einem Werkzeug, das das Verhältnis von Körper, Material und Bild sichtbar macht und Wahrnehmung als eigenständige Erfahrung herausfordert.
Einzelausstellungen der Künstlerin fanden zuletzt bei Gratin, New York (2025) und FRAGILE, Berlin (2023) statt. Ihre Arbeiten wurden in Gruppenausstellungen unter anderem im Espace Niemeyer, Paris (2025), Simian, Kopenhagen (2025), sowie in der St. Matthäus-Kirche am Kulturforum im Rahmen der Berlin Art Week (2025) gezeigt. Als interdisziplinär arbeitende Fotografin entwickelt sie derzeit ein Buchprojekt zur USER-Werkgruppe, das deren konzeptuelle Ansätze weiterführt und kontextualisiert.
