Niko Abramidis &NE
Big Roll 1000 Yen, 2025
Textile printing, foam and styrofoam
45 x 45 x 45 cm
17 3/4 x 17 3/4 x 17 3/4 inches
17 3/4 x 17 3/4 x 17 3/4 inches
Edition of 25
Copyright The Artist
Weitere Abbildungen
Mit der Serie 'Big Rolls' greift Niko Abramidis &NE ein Objekt auf, das aus dem Alltag zunehmend verschwindet: Bargeld. Während digitale Zahlungssysteme physische Banknoten sukzessive ersetzen, verliert sich auch jene...
Mit der Serie "Big Rolls" greift Niko Abramidis &NE ein Objekt auf, das aus dem Alltag zunehmend verschwindet: Bargeld. Während digitale Zahlungssysteme physische Banknoten sukzessive ersetzen, verliert sich auch jene materielle Qualität des Geldes, die es einst zu einem Träger von Spuren machte – zu einem individuellen Zeugnis zirkulierender Lebensrealitäten. Geldscheine nehmen Gebrauchsspuren an, wechseln Hände, absorbieren Geschichten. Als gebündeltes Bündel – als Rolle – verdichten sie sich darüber hinaus zu einem Symbol nationaler Ökonomie, von Wert, Macht und Reichtum.
Die "Big Rolls" übersetzen dieses Motiv in eine skulpturale Überhöhung. Durch die Vergrößerung und das Aufrollen des Geldscheins wird dessen Bildlichkeit gesteigert, seine Symbolkraft regelrecht „aufgeblasen“. Das Werk oszilliert zwischen Objekt und Requisite: Es ist Skulptur, Sitzmöbel und Prop zugleich. Die Möglichkeit, „auf Geld zu sitzen“, erfüllt auf ironische Weise ein archetypisches Begehren, während sie zugleich die Absurdität ökonomischer Größenordnungen ins Bewusstsein ruft – jene kaum vorstellbaren Summen, die in Finanzsystemen gebunden sind oder im Zuge globaler Krisen mobilisiert werden.
Jede Edition variiert in der Farbigkeit des Gummibandes sowie in kleinen zeichnerischen Interventionen auf den Scheinen. So wird jede Big Roll zu einem Unikat, das das standardisierte, staatlich autorisierte Zahlungsmittel subtil individualisiert.
Die neue Edition basiert auf der japanischen 1000-Yen-Note mit dem Motiv der berühmten Welle aus Katsushika Hokusais Holzschnitt. „The Great Wave off Kanagawa“ erscheint hier als ikonisches Bild, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Auf dem Geldschein wirkt die Welle zugleich meditativ und kraftvoll – eine ästhetisch sublime Naturerscheinung, die weder eindeutig bedrohlich noch eindeutig beruhigend erscheint. Gerade in der Gegenwart lassen sich vielfältige Assoziationen herstellen: zur Macht der Natur über den Menschen, zu ökologischen Kipppunkten, zu der oft paradoxen Verbindung zwischen Kapital und systemischer Krise.
Abramidis &NE interessiert dabei weniger eine eindeutige Lesart als die Mehrschichtigkeit des Symbols. Der Geldschein ist an sich bereits ein hoch aufgeladenes Emblem. In der Vergrößerung der Rolle wird das Motiv nochmals vergegenwärtigt – intensiviert, monumentalisiert. Die Welle, die auf dem zirkulierenden Zahlungsmittel erscheint, wird in der Big Roll zu einem beinahe raumgreifenden Bild. Sie verweist intuitiv auf gegenwärtige Spannungen zwischen Ökonomie und Natur, ohne diese didaktisch auszubuchstabieren.
Wie alle Arbeiten der Serie besitzt auch diese Edition einen ambivalenten, beinahe virtuellen Charakter: Die monumentale Geldrolle wirkt wie ein Relikt aus einer Zeit, in der Bargeld noch physisch gebündelt wurde – ähnlich einer überdimensionierten Diskette in einer vollständig digitalisierten Welt. Sie ist zugleich nostalgisch und gegenwärtig, konkret und symbolisch.
–––
With the “Big Rolls“ series, Niko Abramidis &NE takes up an object that is steadily disappearing from everyday life: cash. As digital payment systems increasingly replace physical banknotes, money is losing the material quality that once made it a carrier of traces — an individual testimony to circulating lives. Banknotes accumulate marks of use, pass from hand to hand, and absorb stories. When bundled into a roll, they condense into a symbol of national economy, value, power, and wealth.
The “Big Rolls“ translate this motif into sculptural enlargement. By scaling up and rolling the banknote, its imagery is intensified and its symbolic force quite literally blown up. The work oscillates between object and prop: it is sculpture, seating, and stage element at once. The possibility of “sitting on money” ironically fulfills an archetypal desire, while simultaneously exposing the absurdity of economic magnitudes — those unimaginable sums bound within financial systems or mobilized in times of global crisis.
Each edition varies in the color of the rubber band as well as in small drawn interventions on the banknotes, subtly individualizing what is otherwise a standardized, state-authorized means of exchange. Every Big Roll thus becomes a unique object.
The new edition is based on the Japanese 1000-yen note featuring the iconic wave by Katsushika Hokusai. “The Great Wave off Kanagawa“ appears here as an image deeply embedded in collective memory. On the banknote, the wave seems both meditative and powerful — a sublime natural phenomenon that is neither overtly threatening nor entirely serene. In today’s context, it inevitably invites associations: with climate change, with ecological tipping points, with the paradoxical entanglement of capital and systemic catastrophe.
Abramidis is less interested in a fixed interpretation than in the layered nature of symbols. The banknote is already a highly charged emblem. Through enlargement and rolling, its symbolic dimension is further intensified and monumentalized. The wave depicted on a circulating means of payment becomes, in the Big Roll, an almost spatially expansive image. It intuitively gestures toward contemporary tensions between economy and nature without spelling them out didactically.
Like all works in the series, this edition carries an ambivalent, almost virtual character. The monumental money roll appears like a relic from a time when cash was physically bundled — comparable to an oversized floppy disk in a fully digitized world. It is at once nostalgic and contemporary, concrete and symbolic.
It is precisely in this openness that the work’s strength lies. The Big Roll does not require a singular reading. It operates through suggestion, through the intuitive recognition of its multiple layers. Between capital, catastrophe, and aesthetic seduction, it unfolds as an image that feels both timeless and strikingly attuned to the present moment.
Die "Big Rolls" übersetzen dieses Motiv in eine skulpturale Überhöhung. Durch die Vergrößerung und das Aufrollen des Geldscheins wird dessen Bildlichkeit gesteigert, seine Symbolkraft regelrecht „aufgeblasen“. Das Werk oszilliert zwischen Objekt und Requisite: Es ist Skulptur, Sitzmöbel und Prop zugleich. Die Möglichkeit, „auf Geld zu sitzen“, erfüllt auf ironische Weise ein archetypisches Begehren, während sie zugleich die Absurdität ökonomischer Größenordnungen ins Bewusstsein ruft – jene kaum vorstellbaren Summen, die in Finanzsystemen gebunden sind oder im Zuge globaler Krisen mobilisiert werden.
Jede Edition variiert in der Farbigkeit des Gummibandes sowie in kleinen zeichnerischen Interventionen auf den Scheinen. So wird jede Big Roll zu einem Unikat, das das standardisierte, staatlich autorisierte Zahlungsmittel subtil individualisiert.
Die neue Edition basiert auf der japanischen 1000-Yen-Note mit dem Motiv der berühmten Welle aus Katsushika Hokusais Holzschnitt. „The Great Wave off Kanagawa“ erscheint hier als ikonisches Bild, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Auf dem Geldschein wirkt die Welle zugleich meditativ und kraftvoll – eine ästhetisch sublime Naturerscheinung, die weder eindeutig bedrohlich noch eindeutig beruhigend erscheint. Gerade in der Gegenwart lassen sich vielfältige Assoziationen herstellen: zur Macht der Natur über den Menschen, zu ökologischen Kipppunkten, zu der oft paradoxen Verbindung zwischen Kapital und systemischer Krise.
Abramidis &NE interessiert dabei weniger eine eindeutige Lesart als die Mehrschichtigkeit des Symbols. Der Geldschein ist an sich bereits ein hoch aufgeladenes Emblem. In der Vergrößerung der Rolle wird das Motiv nochmals vergegenwärtigt – intensiviert, monumentalisiert. Die Welle, die auf dem zirkulierenden Zahlungsmittel erscheint, wird in der Big Roll zu einem beinahe raumgreifenden Bild. Sie verweist intuitiv auf gegenwärtige Spannungen zwischen Ökonomie und Natur, ohne diese didaktisch auszubuchstabieren.
Wie alle Arbeiten der Serie besitzt auch diese Edition einen ambivalenten, beinahe virtuellen Charakter: Die monumentale Geldrolle wirkt wie ein Relikt aus einer Zeit, in der Bargeld noch physisch gebündelt wurde – ähnlich einer überdimensionierten Diskette in einer vollständig digitalisierten Welt. Sie ist zugleich nostalgisch und gegenwärtig, konkret und symbolisch.
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With the “Big Rolls“ series, Niko Abramidis &NE takes up an object that is steadily disappearing from everyday life: cash. As digital payment systems increasingly replace physical banknotes, money is losing the material quality that once made it a carrier of traces — an individual testimony to circulating lives. Banknotes accumulate marks of use, pass from hand to hand, and absorb stories. When bundled into a roll, they condense into a symbol of national economy, value, power, and wealth.
The “Big Rolls“ translate this motif into sculptural enlargement. By scaling up and rolling the banknote, its imagery is intensified and its symbolic force quite literally blown up. The work oscillates between object and prop: it is sculpture, seating, and stage element at once. The possibility of “sitting on money” ironically fulfills an archetypal desire, while simultaneously exposing the absurdity of economic magnitudes — those unimaginable sums bound within financial systems or mobilized in times of global crisis.
Each edition varies in the color of the rubber band as well as in small drawn interventions on the banknotes, subtly individualizing what is otherwise a standardized, state-authorized means of exchange. Every Big Roll thus becomes a unique object.
The new edition is based on the Japanese 1000-yen note featuring the iconic wave by Katsushika Hokusai. “The Great Wave off Kanagawa“ appears here as an image deeply embedded in collective memory. On the banknote, the wave seems both meditative and powerful — a sublime natural phenomenon that is neither overtly threatening nor entirely serene. In today’s context, it inevitably invites associations: with climate change, with ecological tipping points, with the paradoxical entanglement of capital and systemic catastrophe.
Abramidis is less interested in a fixed interpretation than in the layered nature of symbols. The banknote is already a highly charged emblem. Through enlargement and rolling, its symbolic dimension is further intensified and monumentalized. The wave depicted on a circulating means of payment becomes, in the Big Roll, an almost spatially expansive image. It intuitively gestures toward contemporary tensions between economy and nature without spelling them out didactically.
Like all works in the series, this edition carries an ambivalent, almost virtual character. The monumental money roll appears like a relic from a time when cash was physically bundled — comparable to an oversized floppy disk in a fully digitized world. It is at once nostalgic and contemporary, concrete and symbolic.
It is precisely in this openness that the work’s strength lies. The Big Roll does not require a singular reading. It operates through suggestion, through the intuitive recognition of its multiple layers. Between capital, catastrophe, and aesthetic seduction, it unfolds as an image that feels both timeless and strikingly attuned to the present moment.
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