• Wir freuen uns sehr, Ihnen trotz der Verschiebung der Art Cologne 2020 zusammen mit Häusler Contemporary Zürich ausgewählte Werke der...

    Wir freuen uns sehr, Ihnen trotz der Verschiebung der Art Cologne 2020 zusammen mit Häusler Contemporary Zürich ausgewählte Werke der Künstler/innen Liz Deschenes, Brigitte Kowanz, Gary Kuehn, Haroon Mirza, David Reed, Keith Sonnier und James Turrell online zu präsentieren. In unserem Viewing Room zur Messe bieten wir Ihnen umfassende Informationen und stehen Ihnen wie gewohnt im persönlichen Gespräch zur Verfügung.

     

    Im März 2020 formierte sich Häusler Contemporary neu und übergab die Münchner Galerie an ihren langjährigen Direktor Max Goelitz, der sie seitdem unter eigenem Namen führt. Auf dieser Basis wird auf der Art Cologne gemeinsam eine Auswahl künstlerischer Positionen präsentiert, die von beiden Galerien aus Zürich und München vertreten wird, ergänzt durch signifikante Werke aus den 1990er Jahren von Gary Kuehn und Keith Sonnier, sowie ein neues Werk von James Turrell. Das Programm für die diesjährigen Messe versteht sich als konsequente, zeitgemäße Fortsetzung der langjährigen gemeinsamen Galeriearbeit und Begleitung der Künstler/innen durch Wolfgang Häusler und Max Goelitz.

    • David Reed

      David Reed

    • Keith Sonnier

      Keith Sonnier

    • Liz Deschenes

      Liz Deschenes

    • Brigitte Kowanz

      Brigitte Kowanz

    • James Turrell

      James Turrell

    • Haroon Mirza

      Haroon Mirza

    • Gary Kuehn

      Gary Kuehn

  • David Reed

    Courtesy of Häusler Contemporary
    Photo: NMN (Annette Kradisch)
  • Die Werke des US-amerikanischen abstrakten Malers David Reed (*1946 in San Diego, CA, US) sind geprägt von gewaltigen gestischen Bewegungen,...

    Die Werke des US-amerikanischen abstrakten Malers David Reed (*1946 in San Diego, CA, US) sind geprägt von gewaltigen gestischen Bewegungen, die sich wie Schlaufen oder Bänder über das Bildformat bewegen und durch scheinbar zufällig angeordnete Farbfelder durchbrochen werden. Beeinflusst durch den abstrakten Expressionismus auf der einen und den Werken des Minimalismus und Postminimalismus auf der anderen Seite, entwickelte Reed ab 1971 seine ganz eigene Bildsprache, bei der traditionelle Maltechniken mit der Verwendung von lasergeschnittenen Schablonen kombiniert werden, die mittels digitaler Bildbearbeitung hergestellt werden. Wie übereinander gelagerte Folien werden die verschiedenen Farbschichten seiner Werke nach und nach übereinander gelegt und jeweils im trockenen Zustand glatt geschliffen. Dadurch sind die Schaffensphasen seiner Werke oft an einen langen und komplexen technischen Prozess gekoppelt, der sich meist über mehrere Jahre zieht und von Reed parallel dazu in Form von Skizzen dokumentiert wird.

     

    Photo: Mischa Scherrer (Häusler Contemporary)

  • David Reed, #659 (Vice and Reflection), 1975/ 1996-2000/ 2007-2011/ 2014-2015/ 2015-2016/ 2016

    David Reed

    #659 (Vice and Reflection), 1975/ 1996-2000/ 2007-2011/ 2014-2015/ 2015-2016/ 2016

    David Reed überführte bereits Mitte der 1970er Jahre die Ausdrucksgeste des Pinselstrichs in eine artifizielle, höchst kontrollierte Darstellung des „Brushstrokes“. Diente die Spur der Hand im Abstrakten Expressionismus noch der Innenschau des Künstlers, verwandelte sie David Reed in einen Gegenstand von Analyse und Manipulation. Für seine Einzelausstellung im Pérez Art Museum Miami im Jahr 2016 schuf der Künstler eine vierteilige Serie von Werken außergewöhnlichen Formats, die im letzen Jahr im Neuen Museum Nürnberg erstmals in Europa mit zugehörigen Zeichnungen, Farbstudien sowie einem Videofilm mit einer manipulierten Szene aus dem Pilotfilm zur legendären US-Fernsehserie Miami Vice präsentiert wurde. Bei dem auf der Messe präsentierten Werk #659 handelt es sich um die zentrale Arbeit dieser Serie, die sich durch transparente, helle Flächen sowie satte Gelb- und Blautöne in Verbindung mit markanten „Brushstroke“ Elementen auszeichnet.

     

  • Ausstellungsansicht Vice and Reflection #2, Neues Museum Nürnberg, 2019, Courtesy of Häusler Contemporary | Photo: NMN (Annette Kadisch)

  • David Reed, #665, 2014–2018

    David Reed

    #665, 2014–2018

    Die horizontal gestreckten Bildformate David Reeds verraten, welche Bedeutung die Filmästhetik für die Konstitution seiner Bilder hat. Der Künstler reflektiert im Medium der Malerei auch jene Seherfahrungen, die er angesichts der bewegten Bilder des Kinos und des Fernsehens macht. Mit dem Weitblick eines Intellektuellen versteht es David Reed, über alle Epochen- und Mediengrenzen hinweg, die Parameter der Malerei neu zu befragen. Die Filme von John Ford oder Alfred Hitchcock sind ihm dabei als Inspiration ebenso wichtig, wie die Malerei von Piero della Francesca oder Peter Paul Rubens. Ein New Yorker Künstlerkollege hat die Malerei von David Reed einmal „Technicolor Painting“ genannt. Reed gefällt diese Bezeichnung, da er früh merkte, „dass meine Bilder umso besser sind, je mehr ich über den Film nachdenke.“

     

    Courtesy of Häusler Contemporary | Photo: Lance Brewer
    Text: Auszug aus der Pressemitteilung der Ausstellung Vice and Reflection #2, 2019 im Neuen Museum Nürnberg

    • David Reed, #735, 2020
      David Reed, #735, 2020
    • David Reed, #732-2, 2020
      David Reed, #732-2, 2020
  • Keith Sonnier

    Photo: Genevieve Hanson
  • Der US-Amerikanische Künstler Keith Sonnier (1941-2020) wurde in den 1960er Jahren mit Arbeiten bekannt, die das traditionelle Verständnis von Skulptur...

    Der US-Amerikanische Künstler Keith Sonnier (1941-2020) wurde in den 1960er Jahren mit Arbeiten bekannt, die das traditionelle Verständnis von Skulptur erweiterten und alltägliche Materialien wie Neon, Latex, Schaumstoff oder gefundene Industriewerkstoffe einsetzten. Er gehört zu der Generation von Post-Minimalisten, die Gary Kuehn, Eva Hesse, Robert Morris und Richard Serra umfassen und war einer der ersten und bedeutendsten Künstler, die Licht als neues Medium entdeckten. Durch sein fortwährendes Experimentieren entstanden Skulpturen und Rauminstallationen mit direkt oder indirekt beleuchteten Elementen. Keith Sonnier war Teil der ikonischen Ausstellungen "Eccentric Abstraction" in der Fischbach Gallery in New York (1966) und "Live in Your Head: When Attitudes Become Form" in der Kunsthalle Bern (1969). 2018 zeigten das Parrish Art Museum und das New Orleans Museum of Art umfassende Retrospektiven des Künstlers.

     

    Photo: Caterina Verde

  • Keith Sonnier, Los La Butte, 1994

    Keith Sonnier

    Los La Butte, 1994

    Durch sein fortwährendes Experimentieren mit Licht als künstlerischem Medium entstanden Skulpturen und Rauminstallationen mit direkt oder indirekt beleuchteten Elementen. Mitte der 1990er Jahre entsteht Sonniers Tidewater Series, die seinen vielseitigen Umgang mit der Neonröhre veranschaulicht. In seinem Werk Los La Butte (1994) kombiniert Sonnier eine gelbe Leuchtstoffröhre mit Fundobjekten aus Metall, Stoff und Plastik. Die frei verspielte Linie der Neonröhre steht dabei im Kontrast zu den gefundenen Objekten und Verpackungen, die der Künstler in der Umgebung seines Elternhauses auffand. Die Zusammensetzung der einzelnen Elemente und die Präsentationsform auf dem Sockel erzeugen eine sinnliche und nahezu figürliche Assoziation.

  • Liz Deschenes

    Photo: Dirk Tacke
  • Liz Deschenes

    Liz Deschenes

    Liz Deschenes (*1966) wurde in Boston geboren und lebt und arbeitet heute in New York. Sie besuchte die Rhode Island School of Art and Design, wo sie sich zunächst zum Studium der Malerei einschrieb, aber schließlich ihren Schwerpunkt zur Fotografie wechselte und 1988 abschloss. Deschenes beschäftigt sich in ihrem künstlerischen Werk mit der klassischen Definition von Fotografie als fixiertes Bild auf einer Fläche und erweitert diesen anachronistischen Blick, indem sie mit den Eigenschaften und Möglichkeiten des Mediums experimentiert. Durch kameralose Langzeitbelichtungen von lichtempfindlichem Papier, zu unterschiedlichen atmosphärischen Bedingungen und mithilfe späterer Fixierung mit einer Mischung aus Ammonium, Hydroxid und Silber, entstehen ihre einzigartigen Fotogramme. So entwickelt sie auch skulpturale und architektonische Objekte, die sowohl ihre Umgebung als auch den/die Betrachter/in durch Spiegelungen miteinbeziehen.

     

    In ihrem Werk ist die tiefgründige Auseinandersetzung mit der Geschichte der Fotografie allgegenwärtig. Ihre Arbeiten stehen inhaltlich in Bezug zu Louis DaguerreWilliam Henry Fox Talbot und formal zur Konzeptfotografie der 1960er Jahre, die die Selbstreflexivität für die Fotografie erschlossen hat. Die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Mediums und der daraus resultierende, neuartige Umgang machen Liz Deschenes zu einer Pionierin auf dem Gebiet der zeitgenössischen Fotografie.

     

     

    Photo: Stephen Faught, Miguel Abreu Gallery, New York

  • → zum Viewing Room a changing ratio | rosemarie castoro and liz deschenes

  • Liz Deschenes, FPF #1, 2018

    Liz Deschenes

    FPF #1, 2018

    Der Titel FPF #1des zweiteiligen Fotogramms, aus der gleichnamigen Werkserie, verweist auf die Abkürzung für „frame per foot“ und damit auf den Entstehungsprozess der Arbeit. Jedes Fotogramm der Serie wurde so lange belichtet, wie ein menschlicher Fuß für einen einzigen Schritt den Boden berührt, wobei sich die Dauer je nach Gang und Geschwindigkeit des Gehenden ändert. Deschenes bezieht sich dabei auf das Maß für Bilfrequenzen „frames per second“, die die Anzahl der Einzelbilder einer Kamera, die pro Zeitspanne aufgenommen werden, beschreibt. Die Künstlerin nutzt analoge fotografische Techniken um die Zeit als physische Einheit zu untersuchen und sichtbar zu machen. FPF #1  ist eine Aufzeichnung der materiellen Bedingungen seiner Entstehung. Je nach Helligkeit während der Belichtung des fotosensitiven Papiers und der Intensivität der chemischen Entwicklung verändert sich die Struktur der Oberfläche. An die Stelle einer vermittelnden Realität – beispielsweise eines Motivs in Form eines Fußabdrucks – tritt die unmittelbare Realität des fotografischen Prozesses. Die nebeneinander versetzt horizontal gehängten Arbeiten haben eine monochrome spiegelhafte Wirkung, die bei genauerem Hinsehen eine höchstindividuelle sensible Oberfläche offenbaren: „It changes, it oxidizes, it catches handprints if handled. It is a sensitive, vulnerable material.“ Die Fotografie ist nicht mehr nur eine Momentaufnahme, sondern sie nimmt die Einflüsse ihrer Umgebung fortwährend in sich auf. FPF #1 ist nicht als klassisches Bild zu sehen, sondern als eine Erfahrung, die an Raum und Zeit gebunden ist.

     

     

    Photo: Dirk Tacke

  • Brigitte Kowanz

    Photo: Anna Lott Donadel (Galerie Krinzinger)
  • Der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz (*1957 in Wien, AT) dient Licht als primäres künstlerisches Gestaltungsmedium, dessen unterschiedliche Erscheinungsformen sie in...

    Der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz (*1957 in Wien, AT) dient Licht als primäres künstlerisches Gestaltungsmedium, dessen unterschiedliche Erscheinungsformen sie in Objekten, Installationen und Rauminterventionen unter Verwendung unterschiedlicher Leuchtmittel fortwährend befragt. Das Medium Licht wird dabei als eigenständiges Phänomen, zugleich auch als Material und Informationsträger erfahrbar gemacht und so zu einer Metapher bei der Suche nach neuen Formen der Darstellung der sichtbaren Wirklichkeit. So verbindet sie in ihren Arbeiten politische Aussagen und Informationsübermittlung mit formaler Ästhetik und veranschaulicht, dass Licht nicht bloss ein neutrales Vehikel für Information ist, sondern diese entscheidend mitgestaltet. Brigitte Kowanz wurde 2009 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet und bespielte 2017 den österreichischen Pavillon auf der 57. Biennale von Venedig. Seit 1997 hält sie eine Professur an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. 2020 präsentiert das Museum Haus Konstruktiv in Zürich eine umfangreiche Einzelausstellung der Künstlerin.

     

    Photo: Mato Johannik

  • Brigitte Kowanz, Je suis Charlie 07.01.2015, 2020

    Brigitte Kowanz

    Je suis Charlie 07.01.2015, 2020

    Optisch ist Je suis Charlie 07.01.2015 dominiert von handschriftlich entworfenen, schwungvollen Neonlinien, die an Kabel erinnern und zwischen Spiegel und Glasscheibe angebracht ist. Beim Nähertreten erkennt man auf der Glasoberfläche, parallel zum Lauf der Neonröhre einen Code. Dieser steht in der Tradition der langjährigen Auseinandersetzung mit dem binären Morse Code, den Kowanz immer wieder als formales Element und Träger einer zweiten Bedeutungsebene in ihren Arbeiten einsetzt. In Morseschrift hat Kowanz hier ein bedeutungsträchtiges Datum der europäischen Zeitgeschichte aufgetragen: Das Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris vom 7. Januar 2015. Die Künstlerin bezieht sich in ihren Arbeiten auf historische Daten , die für den übernationalen Zusammenschluss des heutigen Europa massgebend waren oder – wie im Fall von Charlie Hebdo – diesen auf die Probe stellten. Das Kabel als Bindeglied, als Übermittler von Elektronik und Daten steht vor diesem Hintergrund als Symbol für die dritte industrielle Revolution, die in den 1970er-Jahren begann und die Etappen der europäischen Vereinigung begleitete und vielfältig prägte.

     

     

    Photo: Simon Veres

    • Brigitte Kowanz, Opportunity, 2017
      Brigitte Kowanz, Opportunity, 2017
    • Brigitte Kowanz Opportunity 2017 Bko15 Studio Kowanz 2 Web
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  • James Turrell

    Courtesy of Häusler Contemporary
    Photo: Florian Holzherr
  • James Turrell (*1943 in Los Angeles, US), einer der renommiertesten Vertreter der internationalen Kunstszene, widmet sein gesamtes Schaffen der Auseinandersetzung...

    James Turrell (*1943 in Los Angeles, US), einer der renommiertesten Vertreter der internationalen Kunstszene, widmet sein gesamtes Schaffen der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Erscheinungsformen des natürlichen und künstlichen Lichts.
    Turrell dringt in die Grenzbereiche der Wahrnehmung vor: Installationen und Environments machen das Licht als künstlerisches Medium erfahrbar. Die Räume sind nicht im herkömmlichen Sinne beleuchtet - sie sind vielmehr von Licht und Farbigkeit erfüllt. In diesen Lichträumen erscheint die Architektur entmaterialisiert – Fläche, Farbe und Raum treten in ein Wechselspiel, das den Betrachter eintauchen lässt in eine geheimnisvolle, malerische Welt. Die Zeitlosigkeit und Faszination seiner Arbeiten beruht vor allem darauf, dass es Turrell gelingt, ohne den Umweg über Symbolik oder bildliche Darstellung, Licht als eine Form der Realität unmittelbar sinnlich erlebbar zu machen.

    Nach Einzelausstellungen u.a. im Guggenheim Museum, New York (2013) und dem Los Angeles County Museum of Art (2014) waren zuletzt umfassende Retrospektiven des Künstlers im Museum Frieder Burda in Baden-Baden (2018) und im Museo Jumex, Mexico City (2019) zu sehen.

     

    James Turrell at Roden Crater Arizona © James Turrell. Courtesy of Häusler Contemporary | Photo: Florian Holzherr

  • James Turrell, Ahku (The Circular Glass Series), 2020

    James Turrell

    Ahku (The Circular Glass Series), 2020
    Mit den Circular Glasses schafft James Turrell eine neue Serie spektakulärer Werke, die eine visuelle und sensorische Erfahrung von Licht in einem privaten architektonischen Umfeld ermöglichen. Unter Verwendung der neuesten LED-Technologie werden diese Circular Glasses individuell programmiert und ermöglichen ein visuelles und sensorisches Erlebnis, das bisher größeren Installationen des Künstlers vorbehalten war.

    Jedes Circular Glass fasziniert durch die fesselnde Wirkung von Licht auf einer ebenen Fläche. Beim Betrachten des Lichtspiels verwandelt sich die zweidimensionale Fläche in eine undefinierbare Tiefe, in der sich der Blick verlieren kann. Wie für James Turrells Werk typisch, fordern die Circular Glasses so die Wahrnehmung von Licht und Raum heraus. Vor einem Circular Glass stehend nimmt der Betrachter eine kreisrunde Lichtebene wahr, die im Gegensatz zu einer Projektion gleichzeitig dicht und durchlässig erscheint und ihre Farben in einem allmählichen Fluss verändert. Der Farbverlauf erinnert an ein animiertes atmosphärisches Gemälde, in dem die Farben von der Mitte zu den Rändern driften. Zuweilen überflutet ein einziger blauer, grüner oder violetter Farbton die Fläche, bevor er in eine andere Farbe implodiert. Ein neuer auraähnlicher Kreis bildet sich und strahlt in verschiedenen Abstufungen nach aussen, während der Prozess von neuem beginnt. Die Glasscheibe wird hinter einem definierten Wandabschnitt gesetzt, ist aber nicht auf gleicher Höhe mit diesem: Es bleibt ein kleiner Spalt, eine schmale Raumzone, die eine zusätzliche Dimension der Tiefe bietet. Jede der dominanten Farben strahlt wiederum über die scharfen Kanten der kreisrunden Öffnung in den umgebenden Raum aus und kontaminiert die Wände und den Boden.
     
     
    Courtesy of Häusler Contemporary | Photo: Florian Holzherr
  • Haroon Mirza

    Photo: © Haroon Mirza; Courtesy Lisson Gallery
  • Der pakistanisch-britische Künstler Haroon Mirza (*1977 in London, UK) versteht seine Arbeit vergleichbar mit der eines Komponisten und erschafft mittels...

    Der pakistanisch-britische Künstler Haroon Mirza (*1977 in London, UK) versteht seine Arbeit vergleichbar mit der eines Komponisten und erschafft mittels eines verschiedenartigen Instrumentariums aus Haushaltselektronik, Plattenspieler und LPs, LEDs, Möbel, Fragmenten von filmischen Dokumenten und Referenzen aus der Popkultur einen Werkkomplex, der Licht, Ton und Objekte in einem vielschichtigen, sensorischen Erlebnis fusioniert. In seinen Installationen fordert er den Betrachter auf, eine Unterscheidung in der Wahrnehmung zwischen Geräusch, Ton und Musik aufzugeben, und stellt somit die Kategorisierung von kulturellen und künstlerischen Ausdrucksformen in Frage. Besonders intensiv beschäftigt sich der Künstler mit dem Verhältnis zwischen Objekt und Ausstellungsraum und bezieht sich dabei auf die Strategien der Minimal Art. 2011 erhielt Haroon Mirza den Silbernen Löwen auf der 54. Biennale von Venedig, 2014 den Nam June Paik Center Prize. Einzelausstellungen des Künstlers wurden u. a. im New Museum, New York (2012), dem Museum Tinguely, Basel (2015) und im Australian Centre for Contemporary Art, Melbourne (2019) gezeigt.

     

    Photo:  Gaia Fugazza | Courtesy of hrm199

  • Haroon Mirza, The Virgin Will Keep Rising (LED Circuit Composition #32) 0000, 2020

    Haroon Mirza

    The Virgin Will Keep Rising (LED Circuit Composition #32) 0000, 2020

    Die Wandarbeit The Virgin Will Keep Rising (LED Circuit Composition #32) 0000 erinnert in ihrer Form an ein klassisches Tafelbild, das trotz der technischen Bildkomponenten eine sinnliche Wirkung erzeugt. Die verschiedenen Komponenten der Assemblage, wie etwa ein Schlagzeug-Becken, Leiterplatten, Kartonagen und LEDs sind in DIY-Ästhetik zusammengefügt und durch einen Stromkreis miteinander verbunden. Die Elemente sind manchmal an technoid anmutende und geometrisch abstrakte, manchmal an vertraute Gegenstände gebunden. Mirza orchestriert hier ein komplexes Zusammenspiel von Licht und Elektrizität zu einem sensorisch vielschichtigen Erlebnis.

    • Haroon Mirza, Droplets (LED Circuit Composition #31), 2020
      Haroon Mirza, Droplets (LED Circuit Composition #31), 2020
    • Haroon Mirza, Spica and Other Stars, 2019
      Haroon Mirza, Spica and Other Stars, 2019
  • Gary Kuehn

    Courtesy of Häusler Contemporary
    Photo: Dirk Tacke
  • Gary Kuehn (*1939, New Jersey, US), dessen umfangreiches Werk Skulpturen, Malerei, Collagen und Zeichnungen umfasst, gehört zu den bekanntesten Vertretern...

    Gary Kuehn (*1939, New Jersey, US), dessen umfangreiches Werk Skulpturen, Malerei, Collagen und Zeichnungen umfasst, gehört zu den bekanntesten Vertretern der “Process Art”, die in den 1960er-Jahren den Kunstbegriff radikal veränderten. In seinen Skulpturen hinterfragt Kuehn die Autorität des Materials und erkundet dadurch das Spannungsfeld zwischen Begrenzung und Freiheit. Mit einem enormen Gespür für Materialität und handwerklichem Wissen um dessen Eigenschaften, sind es seit Beginn seiner Karriere einfache Formen wie Kreis, Quadrat oder Dreieck, die in Verbindung mit seinem Interesse an handwerklichen und industriellen Materialien wie Holz, Metall, Gips, Polyester, Plexiglas, Aluminium und Stahl, die Basis seiner künstlerischen Untersuchungen bilden. Dabei werden die geometrischen Formen oft den Deformationskräften der Masse oder einer Bewegungsenergie ausgesetzt, räumlich verdrängt, verknotet oder gestossen, wodurch Kuehn in den formal abstrakten Werken stets auch einen emotionalen Wert generiert. In Europa wurden Kuehns Werke zuletzt anlässlich der beiden Retrospektiven in der Galeria d'Arte Moderna e Contemporanea GAMeC Bergamo (2018) und dem Kunstmuseum Liechtenstein (2014) umfassend präsentiert.

     

    Photo: Andrea Stappert

  • Gary Kuehn, The Sex of Heavenly Bodies, 1996

    Gary Kuehn

    The Sex of Heavenly Bodies, 1996

    Die Bodenskulptur The Sex of Heavenly Bodies (1996) zeigt eine geöffnete Ringform und erkundet so das Spannungsfeld zwischen Begrenzung und Freiheit. Formal knüpft die Skulptur aus Holz bestrichen mit Epoxydharz und Grafit an die Reduktion von Kuehns Frühwerken der Mattress oder Melt Pieces von 1965-68 an. Auch diese Werke wurden auf Holzblöcken präsentiert, welche die Formen beeinflussen. Den Titel entleiht Kuehn einem kulturanthropologischen Essay von Claude Lévi-Strauss, der über die unterschiedlichen Geschlechter von Mond und Sonne (Le sexe des astres, 1973) schreibt. Durch diese Referenz wird das formal abstrakte Werk durch eine zusätzliche Ebene der Körperlichkeit ergänzt und erhält einen emotionalen Wert.

     

    Courtesy of Häusler Contemporary | Photo: Studio Kuehn

    • Gary Kuehn, Eternal Figures, 1974
      Gary Kuehn, Eternal Figures, 1974
    • Gary Kuehn, Gesture Project, 1970
      Gary Kuehn, Gesture Project, 1970
  • verfügbare Werke

    Photo: Wolfgang Stahl
    • David Reed, #659 (Vice and Reflection), 1975/ 1996-2000/ 2007-2011/ 2014-2015/ 2015-2016/ 2016
      David Reed, #659 (Vice and Reflection), 1975/ 1996-2000/ 2007-2011/ 2014-2015/ 2015-2016/ 2016
    • David Reed, #665, 2014–2018
      David Reed, #665, 2014–2018
    • David Reed, #735, 2020
      David Reed, #735, 2020
    • David Reed, #732-2, 2020
      David Reed, #732-2, 2020
    • Keith Sonnier, Los La Butte, 1994
      Keith Sonnier, Los La Butte, 1994
    • Liz Deschenes, FPF #1, 2018
      Liz Deschenes, FPF #1, 2018
    • Brigitte Kowanz, Je suis Charlie 07.01.2015, 2020
      Brigitte Kowanz, Je suis Charlie 07.01.2015, 2020
    • Brigitte Kowanz, Opportunity, 2017
      Brigitte Kowanz, Opportunity, 2017
    • James Turrell, Ahku (The Circular Glass Series), 2020
      James Turrell, Ahku (The Circular Glass Series), 2020
    • Haroon Mirza, The Virgin Will Keep Rising (LED Circuit Composition #32) 0000, 2020
      Haroon Mirza, The Virgin Will Keep Rising (LED Circuit Composition #32) 0000, 2020
    • Haroon Mirza, Droplets (LED Circuit Composition #31), 2020
      Haroon Mirza, Droplets (LED Circuit Composition #31), 2020
    • Haroon Mirza, Spica and Other Stars, 2019
      Haroon Mirza, Spica and Other Stars, 2019
    • Gary Kuehn, The Sex of Heavenly Bodies, 1996
      Gary Kuehn, The Sex of Heavenly Bodies, 1996
    • Gary Kuehn, Eternal Figures, 1974
      Gary Kuehn, Eternal Figures, 1974
    • Gary Kuehn, Gesture Project, 1970
      Gary Kuehn, Gesture Project, 1970